Hindenburg. Der Kriegsheld, der in Wirklichkeit ein militärischer Versager war: eine Beweisführung 

 

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Paul von Hindenburg war nicht der geniale Feldherr, als welcher er lange Zeit gesehen wurde. Seine militärischen Leistungen und strategischen Fähigkeiten sowie seine Bilanz als Chef der Obersten Heeresleitung waren, wie die Fakten und Unterlagen belegen, katastrophal.

Im August 1916 beruft der Kaiser das Duo Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff als Oberste Heeresleitung (OHL). Man glaubte an deren Genialität: Während die Bevölkerung Paul von Hindenburg für einen genialen Feldherrn hielt, wussten der Kaiser und zunehmend weitere Kreise, dass dem nicht so ist. Sie vertrauten auf die vermeintliche Genialität von Ludendorffs.

An der kriegsentscheidenden Westfront setzten die beiden Feldherren die vom vorherigen Chef der Obersten Heeresleitung begonnene Schlacht um Verdun erfolglos und die Schlacht an der Somme im Sommer/Herbst 1916 ebenfalls mit vielen weiteren Opfern fort.

Auch im Laufe des Jahres 1917 hatte das deutsche Heer mehrere hunderttausend Mann Verlust. Der bestialische Stellungskrieg mit vielen Toten auf beiden Seiten dauerte an.

Kriegsverbrechen bei der Operation Alberich und beim U-Boot-Krieg

Das deutsche Heer zog sich im ersten Halbjahr 1917 auf die sogenannte Siegfried-Linie zurück. Dies erfolgte im Rahmen des Unternehmens Alberich und hinterließ verwüstete Landschaften. Zudem wurden über 100.000 Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Somit verstießen die Deutschen bei dieser Operation, die Hindenburg verantwortete, massiv gegen die Haager Landkriegsordnung, welche auch im Deutschen Reich Gesetz war. Heute sind derartige Maßnahmen schwere Kriegsverbrechen.

Ebenfalls im ersten Halbjahr 1917 setze Hindenburg den uneingeschränkten U-Boot-Krieg mit durch. Auch diese Maßnahme verstieß gegen geltendes Recht, entspricht heute ebenfalls einem schweren Kriegsverbrechen und provozierte zudem den Kriegseintritt der USA auf Seite der Alliierten.

Aufgrund der erkennbaren Überanstrengung der Truppen und des drastischen Mangels an erfahrenen Offizieren und Unteroffizieren kamen immer mehr Zweifel am siegreichen Ausgang des Krieges auf. Das deutsche Heer musste sich danach auf die Defensive beschränken.

Unterlegenheit des deutschen Heeres zugegeben

Schon am 12. Juli 1917 musste die Oberste Heeresleitung in der Besprechung Hindenburgs und Ludendorffs mit Abgeordneten des Reichtags zugeben: „Kriegsentscheidende Angriffe nicht möglich.“ und auf die Frage von Reichstagsabgeordneten „Ist eine entscheidende Offensive möglich?“ noch deutlicher Ludendorff: „Wir haben keinen Anlaß schwarz zu sehen. Rohstoffe und Menschen reichen aus … Eine entscheidende Offensive ist nicht möglich.[1]

Die Problematik der drohenden deutlichen Unterlegenheit wurde auch am 23. Oktober 1917 in der Denkschrift des Abteilungschefs in der Operationsabteilung der Obersten Heeresleitung identifiziert: „Wir müssen … damit rechnen, daß mit Beginn des Frühjahres 1918 die Amerikaner dem Weltkriegsschauplatz beträchtliche Kräfte zugeführt haben werden (10-15 Divisionen).[2]

Offensiven trotz mangelnder Ressourcen angeordnet

Obwohl die Oberste Heeresleitung (OHL) und auch deren operative Leitung erkannt und zugegeben hatten, dass das eigene Heer geschwächt war und es personelle sowie materielle Engpässe gab, befahl die OHL im ersten Halbjahr 1918 eine Serie von Offensiven an der Westfront. Hindenburg und Ludendorff verlangten freie Hand und versprachen den Erfolg der Offensive: „Der Kampf im Westen, den das Jahr 1918 bringen wird, ist die gewaltigste militärische Aufgabe, die je einem Heer gestellt wurde…“[3] und weiter: Die Offensive „wird ein gewaltiges Ringen, das … siegreich sein wird, wenn der Chef des Generalstabes des Feldheeres durch nichts … beengt ist, als allein die militärischen Bedingungen es fordern.[4]

Erste Überraschungserfolge überbewertet

Am 21. März 1918 begann die erste Offensive, die sogenannte Operation Michael. Die ersten Anfangserfolge, die auch damit zusammenhingen, dass der Angriff für das französiche Heer völlig überraschend erfolgte, wurden von Hindenburg völlig überbewertet: „Es gab Zeitspannen in diesem Kriege, in denen der Sieg unsicher erschien. Die Einen … setzten ihre Hoffnung auf den Versöhnungswillen unserer Gegner, die anderen … sahen die Rettung Deutschlands nur in harter entschlossener Weiterführung des Krieges … Der Erfolg hat den letzteren Recht gegeben. Die Ereignisse der letzten Monate beweisen uns, daß der Sieg uns nicht entrissen werden kann …[5]

Bereits die erste Offensive schlug nach den vorübergehenden Anfangserfolgen insgesamt fehl. Der Stabschef des Generalquartiermeisters II in der Obersten Heeresleitung Albrecht von Thaer erkennt bereits Ende April das drohende Scheitern der Offensive: „Wie sieht es jetzt vorn aus? Keineswegs ‚gut‘, und das liegt in erster Linie an dem Zustande unserer Truppen … Ich fühle die heilige Pflicht, das im Gr[oßen].H[aupt].Q[uartier] zur Sprache zu bringen …[6]

Verantwortung an andere abgeschoben

Doch weder Hindenburg noch Ludendorff sind fähig, die realistische Lageeinschätzung zu reflektieren und kritisieren lieber nachgeordnete Kommandoebenen. In seinem Tagebuch beschreibt von Thaer, die „Abfuhr“, welche er zunächst von Hindenburg und dann von Ludendorff erhielt: „Der „Generalfeldmarschall … nahm stehend meine Meldung entgegen … Angenehm schien ihm die Sache nicht zu sein. Nachdem ich geendet hatte, beantwortete er nun meine Ausführungen … in unzutreffender Weise … ‚Ach lieber Herr von Thaer, das mag ja gewiß jetzt bei Ihnen da zuletzt nicht so ganz schön gewesen zu sein, aber bedenken Sie mal, was dieser so kleine schmale Frontabschnitt, 20 km, den Sie im Auge hatten, bedeutet gegenüber unserer Frontausdehnung vom Kanal bis zu den Alpen. Ich habe von überall täglich Berichte, sowohl über die taktische Lage, wie über Stimmung der Truppe. Die letztere ist allenthalben sehr gut, fast überall glänzend sogar‘ …

Nun wurde ich zu Ludendorff befohlen … Ich brachte also denselben Frontbericht wieder vor … Als ich geschlossen hatte, fuhr er plötzlich los mit seiner in solchen Fällen dann ganz hohen Stimme und rief: ‚Was soll Ihr ganzes Geunke? Was wollen Sie von mir?‘ … Er war aber doch sehr erregt und sagte in diesem bitteren Zustande: ‚Wenn die Truppe schlechter wird, wenn die Disziplin nachläßt, so ist das Eure Schuld, die Schuld aller Kommandostellen vorn … Das ist doch der Grund, daß die große März-Offensive und Georgette nicht weitergekommen sind!‘

Sie sind fest überzeugt, den Feind friedensmürbe zu machen, H[indenburg]. glaubt es L[udendorff]. hofft es bestimmt.[7]

Die Eroberungspläne mussten aufgegeben werden. Die meisten der deutschen Offensiven des Jahres 1918 erzielten keine oder kaum Erfolge. Nur bei einem kleinen Teil der Offensiven konnte nennenswert Gelände gewonnen werden. Die erste, anfangs noch erfolgreiche Offensive kam nach weniger als zwei Wochen nicht mehr voran und wurde am 6. April 1918 abgebrochen.

Verluste von OHL kleingeredet

Entweder waren es immer noch unrealistisches Wunschdenken oder gar Lügen, welche von Hindenburg und Ludendorff sogar fünf und mehr Wochen nach dem Abbruch der ersten Offensive und der fast wirkungslosen zweiten Offensive gegenüber dem Reichskanzler äußerten. In seinem Bericht schildert Rittmeister Karl Graf Hertling die Besprechung des Reichskanzlers mit der Obersten Heeresleitung am 11. Mai 1918: „… Sie begann mit einer ausführlichen Schilderung des bisher durch die deutsche Offensive erreichten, die von Ludendorff selbst gegeben wurde. Die Frage nach den Verlusten wurden von diesem dahin beantwortet. Daß sie im allgemeinen während des Vorwärtsschreitens leicht bis erträglich gewesen seien … Davon, dass auch nur allmählich daranzugehen sei, an einen Friedensschluß zu denken, war von seiten der O. H. L. mit keinem Wort die Rede, weder von Ludendorff noch auch von Hindenburg … Ebensowenig wurden die leisesten militärischen Bedenken geäußert, ...[8]

Ludendorff verstieg sich gegen Reichskanzler Graf Hertling gar zur Behauptung: „Die seit Ende März sich abspielenden Kämpfe auf der Westfront haben sich zu einem großen siegreichen Schlage gegen die französisch-englische Streitmacht ausgestaltet.“[9]

Diese Geländegewinne gingen jedoch über die weiteren Monate des Jahres 1918 ebenfalls wieder verloren.

Strategische Fehler bei den Offensiven

Der letzte deutsche Offensiv-Versuch endete im Juli 1918. Die Oberste Heeresleitung hatte nicht nur die Schwäche der deutschen Truppen missachtet, sondern die Offensive strategisch nicht hinreichend durchdacht. Einige der schwerwiegenden Fehler waren

  • die unflexible Fortsetzung von Angriffen auf stark verteidigte Abschnitte mit sich daraus ergebenden schweren Verlusten ohne die geplanten Durchbrüche;
  • dass nicht genügend Reservekräfte an die Front geführt wurden, um die vorangegangenen ermüdeten Kräfte abzulösen und die Offensive weiter voranzutreiben;
  • dass eine neue Angriffsmethode der Infanterie eingeführt wurde, jedoch ohne die hierfür entsprechende Artillerieunterstützung mitzuplanen;
  • dass zu viele Ziele gleichzeitig verfolgt wurden, wodurch die Truppen auseinandergezogen waren und die Durchschlagskraft verloren ging und
  • dass die OHL die deutschen Kräfte überschätzt und den Gegner unterschätzt hatte.

Der Misserfolg war somit vorprogrammiert.

Die Verluste auf deutscher Seite für das gescheiterte Unterfangen betrugen noch einmal über 400.000 Mann. Die Offensiv-Strategie des Duos Hindenburg/Ludendorff war offensichtlich gescheitert.

Stattdessen starteten die Alliierten erfolgreiche Gegenoffensiven. Es begann mit der Zweiten Marne-Schlacht Mitte Juli 1918, in deren Verlauf das deutsche Heer bereits erheblich Gelände verlor.

Der Chef des Militärkabinetts bei Wilhelm II., Generaloberst Lyncker, analysierte die Lage in den Briefen an seine Frau realistisch. Er schrieb am 19. Juli 1918: „Daß die Offensive in dem geplanten Umfang noch glücken könnte, ist ausgeschlossen. Das ist endgültig vorbei. Jetzt handelt es sich darum die feindliche Offensive auszuhalten.[10] Und am Folgetag: „Die Ereignisse an der Westfront werden die Franzosen als großen Sieg ausposaunen, nicht ganz ohne Recht … Wenn das keine Niederlage ist, weiß ich nicht, was man sonst darunter verstehen will.[11]

Die Aufzeichnung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes von Hintze über Besprechungen mit der OHL im Juli und August 1918 hingegen zeigen, dass Hindenburg und Ludendorff unbelehrbar waren: „General Ludendorff hat damals die ‚große Offensive‘ als nicht mehr möglich bezeichnet, wohl aber eine strategische Defensive … mit guter Aussicht auf endliche Lähmung des Kriegswillens des Feindes. Generalfeldmarschall von Hindenburg beurteilte die militärischen Aussichten noch günstiger.[12]

Am 8. August 1918 begann schließlich die Hunderttageoffensive der Alliierten, welche die Niederlage Deutschlands besiegelte. Der entscheidende Schlag zum Auftakt gelang den alliierten Truppen in Verbindung mit dem Einsatz von 500 Panzern!

Angesichts der realen Entwicklung waren die Behauptungen Hindenburgs völlig unrealistisch, zum Beispiel bei der Besprechung mit Kaiser Wilhelm II. am 14. August im Großen Hauptquartier in Spa: „Generalfeldmarschall von Hindenburg führt aus, daß es gelingen werde, auf französischem Boden stehen zu bleiben und dadurch schließlich den Feinden unseren Willen aufzuzwingen.[13] Der Kommandant des Großen Hauptquartiers, von Plessen, notierte zu dieser Besprechung in seinem Tagebuch: „Schließlich ergriff der Feldmarschall von Hindenburg das Wort, um unsere Lage trotz der letzten Mißerfolge als aussichtsvoll und befriedigend zu bezeichnen.[14]

Die Alliierten eroberten ab Beginn ihrer Offensive große Gebiete und durchbrachen schließlich die deutschen Linien auf breiter Front. Im Laufe des Septembers überwanden die alliierten Truppen sogar die ausgebauten deutschen Verteidigungsstellungen, die sogenannte „Hindenburg-Linie“.

Trotz aller Durchhalteparolen wurde zunehmend klarer, dass die vermeintlichen Strategie-Genies der OHL auch in der Defensive gescheitert waren.

Die vorliegenden Dokumente vom September 1918 zeigen, dass es irgendwann nach und nach auch Ludendorff und Hindenburg dämmerte: „… 1. September 1918 … General Ludendorff empfing mich mit ernstester Stimmung. Seine Schilderungen lauteten: Leider sei der Wunsch …, daß die Lage an der Westfront sich … gebessert habe, nicht in Erfüllung gegangen … dann gab er offen zu, daß er nicht wisse, wie er den Kampf in der jetzigen Größe auch nur noch weitere vierzehn Tage weiterführen solle.[15]

Aber trotzdem haben Hindenburg und Ludendorff die Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen verhindert und stattdessen irrwitzigste Behauptungen veröffentlicht, wie hier Paul von Hindenburg am 2. September 1918: „… Der Feind weiß, daß der Geist, der unserer Truppe und unserem Volke innewohnt, uns unbesiegbar macht.[16] Und vor allem wies Hindenburg von sich, dass die OHL Fehler gemacht habe: „... Zunächst empfing uns Hindenburg und hielt eine Ansprache über die entstandene ungünstige Lage. Es seien keine operativen Fehler gemacht worden.[17]

Hindenburg und Ludendorff hatten aufgrund ihrer Unfähigkeit zu einer realistischen Lageeinschätzung und Uneinsichtigkeit hinsichtlich Waffenstillstandverhandlungen sowie eigenen strategischen Fehlern die Hauptschuld an der militärischen Niederlage. Nun drohte den beiden Feldherren, dass sie dafür zur Verantwortung gezogen werden könnten.

Quellen:

[1] abgedruckt in Herbert Michaelis und Ernst Schraepler, Hrsg., Ursachen und Folgen: vom deutschen Zusammenbruch 1918 und 1945 bis zur staatlichen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart; eine Urkunden- und Dokumentensammlung zur Zeitgeschichte. 29 Bde. Berlin: Dokumenten-Verlag, 1959-1979 (i.d.F.: Ursachen und Folgen), Bd. Bd. II, S. 26ff, Zitate S. 28 & 29

[2] Denkschrift des Abteilungschefs in der Operationsabteilung der Obersten Heeresleitung, 23. Oktober 1917, in: Ursachen und Folgen, Bd. II, S. 238

[3] Aufzeichnungen Ludendorffs für die Besprechung in Homburg vor der Höhe an 13. Februar 1918 in: Ursachen und Folgen, Bd. II, S. 161

[4] ebenda

[5] Hindenburg an den Bergbauverein und die Handelskammer in Essen, 31. März 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 254

[6] Tagebuchaufzeichnungen Albrecht von Thaer, Oberst im Generalstab, 26/27. April 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 255

[7] Tagebuchaufzeichnungen Albrecht von Thaer, Obersten im Generalstab, 2. Mai 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 257f

[8] Bericht Rittmeister Karl Graf Hertling über die Besprechung des Reichskanzlers mit der Obersten Heeresleitung, 11. Mail 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 258f

[9] Ludendorff an Reichskanzler Graf Hertling, 8. Juni 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 262

[10] Brief von Lyncker, Chef des Militärkabinetts bei Wilhelm II., an seine Frau, 19. Juli 1918, in: Kaiser Wilhelm II. als Oberster Feldherr im Ersten Weltkrieg. Quellen aus der militärischen Umgebung des Kaisers 1914-1918 (i.d.F.: Kaiser Wilhelm II. als Oberster Feldherr), S. 576

[11] Brief von Lyncker, Chef des Militärkabinetts bei Wilhelm II., an seine Frau, 20. Juli 1918, in: Kaiser Wilhelm II. als Oberster Feldherr), S. 578f

[12] Aufzeichnung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes von Hintze über Besprechungen mit General Ludendorff im Juli und August 1918 aus den Akten des Auswärtigen Amtes vom 18. Januar 1919, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 282f

[13] Protokoll der Besprechung im Großen Hauptquartier in Spa, 14. August 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 282

[14] von Plessen, Kommandant des Großen Hauptquartiers, Tagebuch, 14. August 1918, in: Kaiser Wilhelm II. als Oberster Feldherr, S. 929

[15] Niederschrift des Abteilungschefs in der Obersten Heeresleitung, Oberst Mertz von Quirnheim, nach dessen Kriegstagebuch, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 292f

[16] Aufruf des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, 2. September 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 293

[17] General von Kuhl, privates Kriegstagebuch, 6. September 1918, in: Ursachen & Folgen, Bd. II, S. 304

 

 

Die vorliegenden Dokumente beweisen: Paul von Hindenburg war weder ein Held, noch das Strategiegenie, als welches er oft dargestellt wird. Er war ein militärischer Versager. (Quelle: Library of Congress)


Hindenburg setzte die Schlacht um Verdun erfolglos fort. Die Schlacht an der Somme im Sommer/Herbst 1916 setzte er ebenfalls mit vielen weiteren Opfern fort.


Ein weiterer großer strategischer Fehler Hindenburgs: Er setzte den uneingeschränkten U-Boot-Krieg mit durch. Dadurch verschuldete er nicht nur viele unschuldige Opfer auch von neutralen Staaten, sondern provozierte auch den Kriegseintritt der USA. Letzerer trug dann 1918 erheblich zur militärischen Niederlage Deutschlands bei. (Quelle: Bundesarchiv, Bild 102-00159 / CC-BY-SA 3.0)


Die von der OHL Hindenburg und Ludendorf 1918 durchgeführten Offensiven waren nicht nur mittelfristig erfolglos, sondern versachten hohe Verluste und scheiterten aufgrund von den strategischen Fehlern der OHL. (Quelle: Library of Congress)


Das durch die sinnlosen Offensiven weiter geschwächte deutsche Heer erlitt auch durch die Erschöpfung bei der 100-Tage-Offensive der Alliierten ab Sommer 1918 erneut riesige Verluste: Hunderttausende Tote, Verwundete und Gefangene.  (Quelle: Library of Congress)


Hindenburg war auch nicht fähig oder willens die ungeheure materielle Überlegenheit der Alliierten zu begreifen und posaunte sogar am 2. September 1918 noch unsinnige Parolen über die deutsche Ungesiegbarkeit heraus. (Quelle: Library of Congress)


Da Hindenburg Waffenstillstandverhandlungen verhinderte, gerieten alleine bei der Hunderttage-Offensive der Alliierten ab Sommer 1918 noch einmal mehr als 300.000 deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft.